⁎ 20. Januar 1815 in Aachen (D) | † 03. April 1899 in Löwen
Mutter Elisabeth von Jesus
Josephine Koch wurde am 20. Januar 1815 als uneheliches Kind in Aachen geboren. Sie wuchs unter schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen auf. Aachen war damals von Armut geprägt, viele Menschen litten unter Hunger und hohen Lebensmittelpreisen. Einen großen Teil ihrer Kindheit verbrachte sie bei ihrer Großmutter.
Im Alter von zehn Jahren kam Josephine in das Internat der Rekollektinnen (Franziskanerinnen vom Heiligsten Herzen Jesu) in Eupen, wo sie erstmals schulischen Unterricht erhielt. Anschließend absolvierte sie in Verviers eine Ausbildung zur Näherin und lernte dort auch Französisch. Danach kehrte sie zu ihrer Großmutter nach Haaren bei Aachen zurück. Sie arbeitete zunächst als Nählehrerin und kam dabei mit Frauen in Kontakt, die sich sozial engagierten.
1837 trat sie im Alter von 22 Jahren in das Kloster der Rekollektinnen in Eupen ein und nahm den Ordensnamen Philomena an. Da sie sich über ihre Berufung zunächst nicht sicher war, legte sie ihre Gelübde vorerst nur für fünf Jahre ab.
Während einer Typhus-Epidemie in Eupen entstand 1841 die sogenannte „Heilanstalt“ des Sankt-Nikolaus-Hospitals. 1842 wurden Josephine Koch und eine weitere Schwester mit der Organisation der Krankenpflege beauftragt. Die Arbeit war mit großen persönlichen und gesundheitlichen Belastungen verbunden.
Nach Jahren in der Krankenpflege gründete Josephine Koch gemeinsam mit neun weiteren Frauen eine eigene Gemeinschaft. 1857 wurde diese kirchlich anerkannt und erhielt den Namen „Franziskanerinnen von der Heiligen Familie“. Zusammen mit Catharina Brée erwarb sie ein Gebäude in unmittelbarer Nähe des Hospitals, das zum ersten Mutterhaus der Gemeinschaft wurde. In Eupen wurde es unter dem Namen „et Klösterke“ bekannt.
Bei der Gründung der Gemeinschaft der Franziskanerinnen von der Heiligen Familie nahm Josephine Koch am 22. Juli 1857 den Namen Elisabeth an. Fortan wurde sie als Mutter Elisabeth von Jesu bekannt.
Die Schwestern widmeten sich vor allem der Krankenpflege, der Betreuung von Kindern und älteren Menschen sowie der Unterstützung Bedürftiger. Sie versorgten Arme und Obdachlose und arbeiteten häufig unter einfachen Bedingungen.
Auch in Zeiten politischer und militärischer Konflikte setzte die Gemeinschaft ihre Arbeit fort. Während des preußisch-österreichischen und des deutsch-französischen Krieges waren Schwestern in Lazaretten tätig und pflegten Verwundete. Im Zuge des Kulturkampfes verlegte die Gemeinschaft 1875 ihren Sitz nach Löwen in Belgien. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die deutschen Schwestern 1919 aus Belgien ausgewiesen. 1922 entstand in Mayen im Bistum Trier ein neues Mutterhaus. 1932 wurde der Orden in eine belgische, deutsche und niederländische Provinz gegliedert.
Josephine Koch starb 1899 in Löwen an den Folgen einer Krebserkrankung. 1928 wurden ihre sterblichen Überreste nach Eupen überführt. Seit 1964 befindet sich ihr Grab in der Kapelle des Klosters.
Die Ordensgemeinschaft blieb über viele Jahrzehnte in den Bereichen Krankenpflege, Altenhilfe, Kinderbetreuung und Armenfürsorge aktiv. Auch nach dem Rückgang der Ordensberufungen seit den 1970er Jahren wurden viele Aufgaben von Mitarbeitenden in den Einrichtungen weitergeführt.
Zum 150-jährigen Bestehen des Sankt-Nikolaus-Spitals wurde 1991 die Josephine-Koch-Stiftung gegründet, die später in Josephine-Koch-Service (JKS) umbenannt wurde.

Projekt „Gegen das Vergessen“- fachübergreifender Unterricht – B. Bastin– ZFP Eupen:
Zum Gedenken an Schwester Elisabeth – Josephine Koch
1814-1899
Brief– Oktober 2024
Sehr geehrte Schwester Elisabeth,
jeder in Eupen kennt den nach Ihnen benannten „Josephine-Koch-Park“. Das weckte unsere Neugier, mehr über Sie zu erfahren.
Obwohl Ihre Kindheit von Schwierigkeiten geprägt war, verloren Sie nie den Mut. Sie wählten eine Klostergemeinschaft in Eupen zu Ihrer Heimat. Schon bald erkannten Sie jedoch, dass es in der Region an Kranken- und Waisenhäusern fehlte, was durch die damals herrschenden Krankheiten besonders spürbar wurde.
Gemeinsam mit befreundeten Frauen gründeten Sie eine neue Ordensgemeinschaft, die sich der Krankenpflege widmen sollte. Dabei mussten Sie viele Hindernisse überwinden, vor allem gegenüber der Männerwelt. Doch Aufgeben war für Sie keine Option!
Mit der Unterstützung von Freundinnen und befreundeten Priestern schafften Sie es, das Ziel eines Krankenhauses unter Ihrer Leitung zu verwirklichen.
Noch heute erinnern uns das Krankenhaus und der Park an Ihr Wirken. Ihr Engagement für die Bedürftigen und Ihr Mut, als eigenständige Frau zu handeln. Dadurch bleiben sie Vorbild für uns.
In Bewunderung und Dankbarkeit nehmen wir Abschied.
Die Schülerinnen und Schüler des ZFP Eupen Sekundar

Quellen:
Gegen das Vergessen, Inspirierende Lebensgeschichten aus Eupen und Umgebung; Zentrum für Förderpädagogik
Grenzecho
Eupen-ABC
https://brf.be/regional/1129227/
https://www.flickr.com/photos/lotharklinges/sets/72157621803342002/comments/
https://www.wgff-tz.de/tz/hv/schl2/tz_hv_schl2_2679.jpg
Generalsekretariat Franziskanerinnen<generalsekretariat@franziskanerinnen-eupen.be>
Literatur:
Löwen „Leben und Wirken der würdigen Mutter Elisabeth von Jesu“, Autorin: Schwester von der klausurierten Abteilung basierend auf Zeugnisse von Schwestern.´- 1909
„Elisabeth Koch, Stifterin der Franziskanerinnen von der heiligen Familie- Ein Lebensbild“, Autor: P. Wenceslaus Straußfeld OFM – 1928
Josephine Koch – Leben und Wirken, Erbe und Auftrag – Alfred Minke Verlag: Josephine Koch-Service VoG, 2007
150 Jahre Dienst am Nächsten. Die wechselvolle Geschichte des Eupener St. Nikolaus-Hospitals – Gatz – Minke – Toussaint – Keutgens – Januar 1991 Grenz Echo verlag
Hilfe an Leib und Seele – 100 Jahre Kneipp-Kurkaus Nazareth – Alfred Minke – 1994 – Grenz Echo Verlag





